Architektur

Dem Typus nach ist Hagen ursprünglich ein Dreiflügelbau. Der zur Parkseite gerichtete Südflügel wurde wohl erst im 18. Jahrhundert zugefügt. Sein Standort in der Bodensenke des ehemaligen Wassergrabens und seine ungeschickte Verbindung mit dem Hauptbau (Überschneidung der Fenster) sowie die Art der verwendeten Backsteine beweisen diese Annahme. Eine Bleistiftzeichnung in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek von Wolpering aus dem Jahre 1853 zeigt diesen Rückflügel im Süden mit einem Halbwalmdach; der Treppengiebel wurde demnach erst später hinzugefügt. Der Westflügel besaß nach Süden noch einen weitern Anbau, der ebenfalls im 19. Jahrhundert einen Treppengiebel erhielt und später vollständig abgebrochen wurde. Vermutlich war in diesem Teil die Küche untergebracht.

In der Mitte zwischen den beiden rechtwinklig zum Mittelflügel stehenden Seitenflügeln, steht der im Grundriss quadratische Turm mit dem Hauptportal im so genannten Ohrmuschelstil des Frühbarock. Zwei Sandsteinpfeiler, mit Rosetten und Fruchtkränzen besetzt, tragen einen an der Innenseite gleichartig geschmückten Rundbogen. In den Bogenzwickeln wachsen Fruchtgehänge, die nach außen durch große Voluten begrenzt sind; ein gerades Gebälk mit den Resten einer Inschrift (ALLE BARMHERZIGKEIT… ERWIESEN HAST“) bildet das Postament für den geschweiften Aufsatz mit Obelisk und Sprenggiebel sowie dem Allianzwappen Blome-Pogwisch. Das Wappen der Blome zeigt einen springenden Hund und das der Pogwisch einen laufenden Wolf.

Baunähte überall seitlich neben dem Portal legen den Schluss nahe, dass dieses erst nach Fertigstellung des Turmes an Stelle einer einfachen rundbogigen Türöffnung hier eingefügt wurde. Möglicherweise befanden sich die Zugänge – ähnlich wie beim Herrenhaus Wahlstorf – zunächst nur an den linken und rechten Turmseite. Das sollte einen möglichen Angreifer das Durchschießen des Hauses erschweren. Immerhin befand man sich gerade am Ende des Dreißigjährigen Krieges. Das äußere Mauerwerk gibt jedoch keinen Aufschluss über ehemalige Eingänge, aber im Innern führen die Nischen der seitlichen Fenster bis auf den Fußboden hinab.

Der Turm enthielt ursprünglich die Haupttreppe, deren Läufe im Obergeschoss und im Aufgang zum Dachboden zum Teil noch erhalten blieben. Später, nach Anbau des Südflügels, gelangte man dort in das Obergeschoss. Es gab zwei Abtrittpfeiler, die an ihrem unteren Ende direkt in den Wassergraben mündeten und in dieser Form auch an den Herrenhäusern Wensin und Wahlstorf vorkommen. Der Name des Baumeisters ist nicht überliefert. Diese Bauten besaßen früher kleinteilige Sprossenfenster, die den Fassaden zusammen mit dem Fugennetz des Backsteinmauerwerks große Geschlossenheit und prächtige Eleganz geben; in Hagen blieben sie nur im Obergeschoss der Ostseite erhalten. Im Innern des Hauses, das man durch das Turmportal betritt, fällt zunächst die symmetrische Anordnung des Räume auf.

Die hohe, geräumige Eingangshalle besitzt an den Schmalseiten jeweils zwei Türen, von denen die südlichen in zwei hintereinander liegende Kabinette, die nördlichen über einen Flur in einen großen stuckierten Saal führen. An der Südseite der Eingangshalle befanden sich ursprünglich zwei Ausgänge, die wohl auf eine Art Bastion hinausführten, von der aus man über eine Brücke in den hinter dem Haus gelegenen Garten gelangen konnte. Eine der beiden Türen wird heute als Zugang für den 1700 angebauten Südflügel benutzt, die andere Türöffnung wurde vermauert und ist nur noch als Nische erkennbar.

Die Eingangshalle besaß eine reiche Stuckdecke des späten 17 Jahrhunderts. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts wegen ihres schlechten baulichen Zustandes abgenommen und im Kieler Thaulow – Museum eingelagert. Die an ihre Stelle getretene düstere Holzbalkendecke ist nur ein schlechter Ersatz und nimmt dem Raum seine ursprüngliche als großartiger Auftakt gedachten Pracht. An der westlichen Schmalwand ist der alte Kaminplatz mit einem aus der Ursprungszeit des Hauses oder aus der Zeit um 1700 stammenden Sandsteinkamin. Über ihm befindet sich eine Bauinschrift, die sicherlich aus der Zeit von Hinrich Blome stammt.

Über den Türen in den Ecken der Halle sind drei Stuckrahmen angebracht, die von Caspar Peter Verbrüggen aus Brabant gemalt und mit der Jahreszahl 1700 signiert sind. An den Wänden des Saales sind acht ovale Stuckrahmen vorhanden, die die Ahnenbilder aufgenommen haben.

Der ganze östliche Flügel wird von einem Großen Saal eingenommen, mit einer sehr schönen stuckierten Decke in kräftigen Formen und sicherlich aus der Erbauungszeit des Hauses stammend. In der Mitte des großen Plafonds ist das Doppelwappen Blome-Pogwisch angebracht, in den Ecken Putten mit Trophäen, dazwischen Darstellungen der Schlösser Hagen, Farve und vielleicht Hornstorf, als viertes die Kirche zu Probsteierhagen. An dem nördlichen Ende der Decke befindet sich die schöne Portraitbüste von Lucia Blome in einem Medaillon umgeben von Lorbeerkranz und von Putten gehalten. Auf der südlichen Seite die Stuck – Portraitbüste angeblich ihrer Mutter in etwas einfacher Form.

Die Kellergewölbe sind als altertümliche Tonnengewölbe ausgebildet, möglicherweise sind sie älteren Datums als der Hauptbau. Es wird angenommen, dass H. Blome das alte Herrenhaus niederreißen und einen Neubau errichten ließ.

Zur klassischen Ausstattung der Gutsanlage gehören Scheune und Kuhhaus, die ursprünglich rechts und links parallel zur Zufahrtsstraße angeordnet waren. Davor schiebt sich wie ein Querriegel das Torhaus mit turmgekrönter Durchfahrt. Die Durchfahrt gibt den Blick auf das Hauptportal des Herrenhauses frei, das sich in derselben Achse am anderen Ende der Anlage erhebt. Die alte Scheune wurde bereits 1626 von Siegfried Pogwisch erbaut.

Die Herrenhäuser waren auch zu dieser Zeit noch mit einem Wassergraben umgeben. So auch die Hagener Gutsanlage. Das Wasser für den Graben, der das Herrenhaus ursprünglich ganz umgab und heute nur noch in Resten erhalten ist, leitete man aus der zu einem Mühlenteich aufgestauten Hagener Au ab. Mit dem Wasser der Au wurde gleichzeitig die zum Gut gehörige Wassermühle am Übergang zum Dorf Probsteierhagen betrieben.